Leitung: Theresia Stuker

Paul Moser ist tot

 

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Nachruf: Zum Gedenken an Paul Moser.

"Er war ein vorbildlicher Musiklehrer und ein begnadeter Dirigent"

Am "Gründonnerstag" hat im Waldfriedhof eine grosse Trauergemeinde von Paul Moser bewegt Abschied genommen. Er hat uns nach einem schweren Herzinfarkt im Alter von 74 Jahren verlassen. Wir halten Rückblick auf ein Lebenswerk, welches einen stattlichen Anteil unseres Volkskulturgutes in sich trägt.

Der Verstorbene ist in Winterthur aufgewachsen. Als einer der ersten Lehrlinge für den Beruf des Akkordeonlehrers ab­solvierte er die Ausbildung bei "Altmeister" Hermann Baur in seiner Vaterstadt. Die Handharmonika und im weitern das Akkordeon genossen in der damaligen Zeit in der Laien- und Volksmusikwelt einen bedeutenden Stellenwert. So verwundert es nicht, wenn der junge begabte Spieler und Musiker Paul Moser bereits als Zwanzigjähriger im Jahre 1951 in Schaffhausen Musikunterricht erteilte. Schon im Jahre 1953 richtete er an der äusseren Vorstadt eine eigenständige Musikschule ein. Gleichzeitig wurde das Akkordeonorchester Moser Schaffhausen (AMS) gegründet. Paul Moser bestach von Anfang an durch seinen zielbewussten, Disziplin fordernden Unterricht und seine sichere Stabführung im Verein. Innert kurzer Zeit wurden die Aufführungen des Akkordeonorchesters bei Wettspielen und Auftritten stark beachtet, hoch benotet und von einem breiten Publikum gerne gehört. Im Verlaufe der vielen Jahre erlernten Hunderte das Spielen auf der Handharmonika.

 

Erfolg und Zuspruch ermutigten Paul Moser, als Geschäftsmann seine Firma auszuweiten. So etablierte er im Verlaufe der Zeit an den Orten Herisau, St.Gallen, Wolhusen und Thun weitere Musikschulen. Parallel zu diesen Schulen lief meist auch die Schaffung oder der Erhalt von Orchester-Gruppen. Seine intensive Geschäftstätigkeit war von grossem Erfolg begleitet, erforderte aber auch seinen vollen persönlichen Einsatz.

Trotz hoch gesteckter Ziele, oder vielleicht gerade deswegen, war es ihm stets ein grosses Anliegen, dass das gute Einvernehmen innerhalb der Spielerschaft und die Geselligkeit genügend gedeihen konnten. Bei seinen Schülern, Spielern und Orchestern fand seine animierende Hingabe an das Musizieren, seine Zielstrebigkeit, gepaart mit erfrischender Kameradschaft, grossen Anklang. Neben dem virtuosen Können waren es die erwähnten Eigenschaften, welche an den vielen Wettbewerben herausragende Resultate zeitigten, aber auch bei vergnüglichen Vereinsreisen und -Treffen schöne und unvergängliche Eindrücke hinterliessen.

Paul Moser durfte erleben, dass seine Arbeit für die Musik bei Jung und Alt Früchte trug, was ihn mit Befriedigung erfüllte. Nach über 40-Jähriger vollberuflicher Tätigkeit konnte er beginnen, seine Schulen und Orchester in jüngere Hände zu legen. Der Dank an ihn war überall gross. Als besonderes Dankeszeichen konnte er den Titel eines Ehrendirigenten des AMS entgegennehmen.

In den 80-ger Jahren machte sich auch im Wirkungskreis der Musikschulen Mosers und seiner Orchester der Einfluss der elektronischen Musik bemerkbar. Dank dem gefestigten Aufbau seines Musikunternehmens konnte die Auswirkung dieser für das Akkordeon-Geschäft nachteiligen Zeiterscheinung in Grenzen gehalten werden. Wir gehen mit Paul Moser einig: "Es gibt in der Beliebtheitsskala von Musikinstrumenten immer wieder Wellenbewegungen. Die Handharmonika wird irgendwann, gerade wegen ihrer Vielseitigkeit im musikalischen Bereich, wieder einen Aufschwung erleben".

Im Sinn und Geist des Verstorbenen ist sehr zu hoffen, dass uns die schönen Werte der musikalischen Kultur mit Handharmonika und Akkordeon noch lange erhalten bleiben.

 Arthur Tschudi
Schaffhausen
Freund des Verstorbenen